Welchen Beitrag leisten Holzprodukte zur CO2-Bilanz?
Sebastian Rüter
Die stoffliche Nutzung von Holzwaren und die energetische Verwertung des nachwachsenden Rohstoffs haben Auswirkungen nicht nur auf die Entwicklung des Kohlenstoffvorrats im Wald: auch durch die verzögerte Freisetzung von biogenem Kohlenstoff, den Ersatz energaufwändig herzustellender Güter und die Vermeidung fossiler Treibhausgasemissionen trägt die Nutzung von Holzprodukten zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz Deutschlands bei.
Sebastian Rüter, Joachim Rock, Margret Köthke, Matthias Dieter
Holznutzung verringert einerseits den Kohlenstoffvorrat im Wald, erhöht ihn aber andererseits in den Holzprodukten und trägt durch Substitutionseffekte zur Emissionsvermeidung bei. Aufbauend auf den Ergebnissen der Inventurstudie 2008 werden die CO2-Bilanzen dreier unterschiedlich intensiver Waldbewirtschaftungsvarianten (WEHAM: Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodell) im Zeitraum 2013-2020 miteinander verglichen. Naturgemäß verringert sich der Kohlenstoffspeicher im Wald bei intensiverer Holznutzung. Dieser Verlust an Kohlenstoff wird durch die höhere Speicherwirkung in den Holzprodukten nicht voll ausgeglichen. Im Vergleich zum Basisszenario ist die CO2-Bilanz des Szenarios mit weniger Nutzung (D) deutlich schlechter (12,5 Mio t CO2/a mehr Emissionen). Aber auch im Szenario mit mehr Nutzung (F) fallen mehr Emissionen als im Basisszenario an (7,8 Mio t CO2/a). Von den drei verglichenen Szenarien weist somit das WEHAM-Basisszenario die beste CO2-Bilanz auf.
Deklaration von Umweltwirkungen auf Produktebene nach FprEN 15804 - Auswirkung von Produktionsparametern auf Indikatoren am Beispiel Spanplatte
13. Oktober, Alfeld
Im Rahmen der 2. Sitzung des Forschungskreises Holzwerkstoffe (vormals DGFH-Ausschuss FA 2.2 Holzwerkstoffe) in den Räumen der Fagus-GreCon Greten GmbH & Co. KG in Alfeld wurde die Umsetzung der FprEN15804 sowie sich daraus ergebende Änderungen für Holzwerkstoffprodukte diskutiert. Weiterer Schwerpunkt war die Analyse der Bandbreite erster Ergebnisse des FNR-Projektes Ökobilanz-Basisdaten für Bauprodukte aus Holz zu Holzwerkstoff-Produktökobilanzen, sowie der daraus möglichen ableitbaren Optimierungspotentiale von Umweltwirkungen der Industrie.
Im Rahmen der 7. Ökobilanz-Werkstatt des Netzwerks Lebenszyklusdaten wurde das Projekt zur Ökobilanzierung von Möbeln vorgestellt. Dabei sind erste Schritte zur Erstellung von Ökobilanzen in Betrieben der Möbelindustrie erläutert worden. Im weiteren Verlauf des Projektes soll die Ökobilanzierung von industriell hergestellten Möbeln nach diesen Ansätzen erfolgen.