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Ökobilanzierung von Möbeln

Thünen-BMELV Projekt

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Projekthintergrund

Durch die Diskussion über Klimaschutz und Ressourcenschonung erlangt das Thema Nachhaltigkeit auf nationaler und internationaler Ebene immer mehr Bedeutung. Die heutige Gesellschaft erwartet daher zunehmend eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Produkten auf die Umwelt, sei es durch entsprechende Nachweise, die im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen erbracht werden müssen, oder durch Information der Verbraucher über die Umweltrelevanz von Produkten und deren Beitrag zum Klimaschutz. Für die Berechnung und Bewertung von Umweltauswirkungen bedient man sich klassischerweise der Methode der Ökobilanzierung.
Die industrielle Möbelproduktion stellt einen wichtigen Teil der Holzwirtschaft dar, in dem beachtliche Mengen Holz und Holzwerkstoffe verbraucht werden. Daher ist auch die ökobilanzielle Untersuchung von Produkten dieses Sektors von großer Wichtigkeit. Es besteht ein Bedarf an Ökobilanz-Daten für Möbel, da diese in Deutschland bisher nur in sehr geringem Umfang vorliegen. Im diesem Projekt sollen derartige Daten für Möbel generiert werden.

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Projektumsetzung und Partner

Weil Möbel während der Gebrauchsphase relativ geringe Umweltauswirkungen aufweisen, ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Umweltwirkungen von Möbeln bereits in der Herstellungsphase auftreten. Aus diesem Grund fokussiert das Projekt in Zusammenarbeit mit deutschen Möbelherstellern auf die cradle-to-gate-Analyse von holzbasierten Möbeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erarbeitung des methodischen Rahmens für die Ökobilanzierung von Möbeln, um die Umweltauswirkungen der Herstellungsprozesse eines Möbelwerkes entlang der Produktionskette den zahlreichen Produkten der Möbelindustrie sinnvoll zuordnen zu können. Die Analyse der Umweltauswirkungen von Möbeln als Teil der Nachhaltigkeitsbewertung wird als Ökobilanzierung gemäß ISO EN 14040 und 14044 durchgeführt. Die dafür notwendige Sachbilanzanalyse stellt alle relevanten Informationen zu den eingesetzten Materialien hinsichtlich ihrer verwendeten Grundstoffe, der Prozesskette und dem Abfallaufkommen sowie den resultierenden Emissionen bereit. Diese Datengrundlage wird von den Mitgliedsunternehmen des VDM (Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V.), einem Fachverband im HDH (Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie und verwandter Industrie- und Wirtschaftszweige e.V.), zur Verfügung gestellt. Die Datenerhebung in den Betrieben der Möbelindustrie erfolgt mittels mehrstufiger Fragebögen. Unter Berücksichtigung der für eine Bewertung erforderlichen Datenqualität steht bei der Datenerhebung die Durchführbarkeit in der Praxis im Vordergrund. Ergänzende Informationen über die Vorketten werden aktuellen Ökobilanz-Datenbanken oder Umweltproduktdeklarationen (EPD) entnommen. Das Projekt stützt sich darüber hinaus auf die Ergebnisse des vTI-FNR-Projekts ÖkoHolzBauDat, welches sich mit den Umweltauswirkungen von Holzhalbwaren, wie z.B. Spanplatten, befasst.

>> ÖkoHolzBauDat
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Webseite HDH

Verwendung der Ergebnisse

Die Produkte der Möbelindustrie stehen dem Endverbraucher unmittelbar zur Verfügung und deshalb liefert die Kommunikation der Umweltauswirkungen von Möbeln eine wichtige Entscheidungshilfe für den Kunden. Für die Unternehmen der Möbelindustrie sind Ökobilanzen hingegen eine Möglichkeit, den Herstellungsprozess unter umweltlichen Gesichtspunkten zu analysieren und zu optimieren. Das Hauptziel dieses Projektes, die Erarbeitung von Ökobilanz-Daten für industriell hergestellte, holzbasierte Möbel, schafft also Perspektiven auf den beiden oben genannten Gebieten der Kommunikation und der Prozessoptimierung.